Aus der Gemeinderatssitzung vom 17.12.2018

Neuer Küchentrakt für Turn- und Festhalle Ersingen
Umbau- und Erweiterungsarbeiten vergeben

Ein Blick in die „alte“ Hallenküche. Sie wird ab Aschermittwoch abgerissen und in den geplanten Erweiterungsbau verlegt sowie für bessere Arbeitsbedingungen modern ausgestattet.

 

„Am Aschermittwoch ist alles vorbei“. Dieser Songtext eines alten Faschingsschlagers gilt in der Ersinger Turn- und Festhalle allerdings nur für den Bereich der bisherigen Hallenküche. Ab Aschermittwoch des kommenden Jahres wird es nämlich dort Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen geben, die auf alle Fälle bis zum Elften im Elften fertiggestellt sein müssen. Die Erneuerung und Vergrößerung des Küchenbereiches mit Nebenräumen durch einen Anbau in Richtung des bisherigen Hallenhofes ist nach den Hygieneschutz-Anforderungen, zur Erfüllung der Brandschutzauflagen und zur Schaffung der notwendigen Fluchtwege erforderlich geworden. Auch die Verbesserung der Entwässerungssituation der Halle und die Erneuerung des überlasteten Elektro-Hausanschlusses sind notwendig.
Mitte Juni dieses Jahres gab der Gemeinderat grünes Licht für die von Architekt Frank Morlock (Königsbach-Stein) erstellte endgültige Planfassung der Baumaßnahmen mit einer Kostenschätzung in Höhe von 1,38 Millionen Euro. Zwischenzeitlich wurden vier Gewerke mit einer Angebotssumme von insgesamt fast 385.000 Euro ausgeschrieben, die in der jüngsten Ratssitzung vergeben werden mussten: Die GSI Enzkreis GmbH aus Mühlacker erhielt den Auftrag für die Abbruch- und Rückbauarbeiten zum Preis von 12.400 Euro. Mit den Erd- und Rohbauarbeiten wurde die Kämpfelbacher Firma Heinz Frey zum Angebotspreis in Höhe von 261.000 Euro beauftragt. Die Zimmermanns- und Dachdeckerarbeiten werden von Holzbau Misuraca + Puck, Königsbach-Stein, zum Preis von 21.500 Euro ausgeführt. Für knapp 90.000 Euro ging der Auftrag für die Elektroarbeiten an die Lechler-Holl GmbH in Pforzheim.
Wie Architekt Morlock berichtet, lagen die Ergebnisse der Ausschreibung im Rahmen der Kostenschätzung, ausgenommen bei den Erd- und Rohbauarbeiten. Zehn Firmen sind bei der beschränkten Ausschreibung angeschrieben worden. Nur ein Angebot wurde eingereicht, das etwa 20 Prozent über der Kalkulation des Planers lag. Wie Morlock betont, sei aufgrund des Baubooms bei einer erneuten Ausschreibung kein günstigeres Angebot zu erwarten, deshalb befürworte er die Auftragsvergabe zu diesen Bedingungen.

 

Gewann „Bell“ soll als Wohngebiet erschlossen werden

Das Gewann „Bell“ südlich der Bahnlinie in Bilfingen hat schon lange Priorität in der städtebaulichen Entwicklung der Gemeinde Kämpfelbach. Wie Bürgermeister Udo Kleiner erläutert, ist dieser Teil Bilfingens allerdings nur durch zwei eng begrenzte Bahnüberführungen vom Ort aus erreichbar. Die Baulanderschließung ist deshalb erst nach der Vergrößerung der Bahnüberführung „Kirchgrundstraße“ durchführbar. Nach den Bauabsichten der Bahn wird dies ab dem Jahr 2022 möglich sein.
Parallel dazu sollen nach dem Gemeinderatsbeschluss vom September vergangenen Jahres die planungs- und baurechtlichen Voraussetzungen vorangetrieben werden. Vom Planungsbüro Schöffler (früher Gerhardt) aus Karlsruhe wurden jetzt erste Überlegungen zur Gestaltung dieses Baugebietes vorgelegt. Auf dieser Basis beschloss der Gemeinderat bei zwei Gegenstimmen das Bebauungsplanverfahren „Bell“ einzuleiten. Auch soll das Büro Weber Consulting GmbH vertraglich als Erschließungsträger eingesetzt werden.
Die beiden Stadtplanerinnen Karin Kies und Lara Hoffmann erläutertem dem Rat, dass das 3,5 Hektar große Gebiet von der Kirchgrundstraße eine Zufahrt erhalten soll. Auf der Netto-Baulandfläche von rund 2,2 Hektar könnten je nach Grundstücksanordnung etwa 94 Wohneinheiten in Einzelhäusern, Doppelhaushälften, Reihenhäusern und Mehrfamilienhäusern entstehen. Als Dachformen könnten Giebeldächer, Pultdächer und begrünte Flachdächer zulässig sein. Das Gremium stand den Vorstellungen der Planerinnen durchweg positiv gegenüber. Sobald die Räte entsprechende Unterlagen erhalten haben, soll die Beratung im kommenden Jahr fortgesetzt werden.

 

Jugendförderung für Vereine erhöht

Die Fraktion der Freien Wähler im Kämpfelbacher Gemeinderat beantragte die Erhöhung des Jugendförderungsbetrages der Gemeinde an die Vereine. Wie Fraktionssprecher Eddi Vögele erläuterte, wurde der bisherige Förderbetrag in Höhe von drei Euro je Kind/Jugendlicher im Jahr 2009 eingeführt und seitdem nicht geändert. Mit Blick auf das, was die Vereine in der Jugendarbeit leisten, sei ein jährlicher Betrag in Höhe von sechs Euro pro Person ab kommendem Jahr gerechtfertigt. Das sieht auch Thomas Seyffarth für die SPD so. Seitens der CDU-Fraktion schlug Michael Schuster vor, jetzt auf fünf Euro zu erhöhen und danach jedes Jahr 50 Cent dazuzulegen.
Bürgermeister Udo Kleiner schlug als Kompromiss vor, jetzt auf sechs Euro zu erhöhen und in den weiteren vier Jahren jeweils 0,50 Euro dazuzulegen. Nach fünf Jahren soll die Jugendförderung neu beschlossen werden. Dies wurde einstimmig gebilligt. Zuvor wurde der Antrag der Liste Mensch und Umwelt, die gesamte Vereinsförderung auf den Prüfstand zu stellen und ganz neue Vereinsförderungsrichtlinien zu erlassen, abgelehnt.

 

Brandschutzmaßnahmen für Schule, Hallenbad und Sporthalle auf dem Kirchberg

Als Ergebnis einer Brandverhütungsschau fordert das Landratsamt Enzkreis eine Reihe von Baumaßnahmen an der Schule, dem Hallenbad und an der Sporthalle auf dem Ersinger Kirchberg. Architekt Frank Morlock legte eine entsprechende Planung vor. Danach sollen an den Schultrakten B und C außen Fluchttreppen angebaut und die notwendigen Türöffnungen erstellt werden.
In der Sporthalle soll ein Türdurchbruch von der Halle direkt ins Freie den zweiten Rettungsweg sicherstellen. Im Bereich der Schwimmhalle müssen Brandschutztüren eingebaut werden. Im Technikraum sind alle Leitungsdurchbrüche in den Wänden in Brandschutzqualität zu verschließen. Architekt Morlock beziffert die Gesamtbaukosten mit rund 180.000 Euro. Der Gemeinderat beschloss für die Bauausführung im kommenden Jahr 200.000 Euro in den Haushaltsplan einzustellen.

 

Elternbeitrag für die Kernzeitbetreuung angepasst

Der Elternbeitrag für die Kernzeitbetreuung an den Kämpfelbacher Schulen wurde vor 20 Jahren festgesetzt und ist, abgesehen von der Währungsumstellung von DM auf Euro, seitdem nicht mehr erhöht worden. Der Gemeinderat beschloss, künftig die Kernzeitbeiträge analog mit der Anpassung der Elternbeiträge für Kinderbetreuung zu erhöhen. Ab September 2019 werden die Hortbeiträge von 15 Euro für einen Tag in der Woche auf 16 Euro und ab 2020 auf 17 Euro erhöht. Bei fünftägiger Betreuung steigt der Betrag von jetzt 54 Euro auf 57 Euro und ab 2020 auf 61 Euro.

 

Stellen für Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) an Kämpfelbacher Kindergärten

Auf Anregung des gemeinsamen Kindergartenkuratoriums haben die drei katholischen Kindergärten in Kämpfelbach Anträge auf Schaffung von jeweils einer Stelle für die Ableistung eines freiwilligen sozialen Jahres (FSJ-S) gestellt. Diese zusätzliche Person soll die Belastung der Betreuer- innen entschärfen. Pro Stelle betragen die Kosten etwa 700 Euro monatlich, zusammen im Jahr 25.200 Euro. Die Gemeinde bezahlt einen Betrag in Höhe von 21.000 Euro anteilmäßig nach den bestehenden Finanzierungsverträgen. Der Internationale Bund (IB) hat für seine Kindertagesstätte bereits eine FSJ-Stelle geschaffen, die er durch interne Förderungsmöglichkeiten finanziert.

 

Teilabschnitt der Großen Brunnenstraße in Bilfingen wird saniert

In der Großen Brunnenstraße in Bilfingen sind in dem Teilabschnitt zwischen Talstraße und Uferstraße der Abwasserkanal, die Trinkwasserleitung sowie der Straßenbelag marode. Damit die Sanierungskosten durch das Landessanierungsprogramm gefördert werden können, müssen die Bauarbeiten noch im Jahr 2019 durchgeführt werden. Bauamtsleiterin Carola Micol beziffert die Sanierungskosten für die Kanalisation mit 90.000 Euro, für die Wasserleitungen mit 50.000 Euro und für den Straßenbau mit 150.000 Euro. Dazu kommen noch Ingenieur-Honorare von etwa 57.000 Euro.
Zusammen werden die Kosten der Sanierung auf 347.000 Euro geschätzt. Für den Anteil „Straßenbau“ erhält die Gemeinde einen Sanierungszuschuss in Höhe von etwa 90.000 Euro. Der Gemeinderat stimmte den Sanierungsmaßnahmen ebenso zu wie der Vergabe der Tiefbauplanung an das Ingenieurbüro Weber in Pforzheim.

Text und Foto: Schott