Ersinger Rathaus – Fassadengestaltung mit Wappenrelief komplettiert

 

Die Steinmetze Ulrich und Stefan Bauer (von links) gestalteten das Wappenrelief für die Rathausfassade, das von Werner Koch (Dritter von links) gesponsert wurde; rechts Bürgermeister Udo Kleiner.

 

Das Ersinger Rathaus wurde 1881 erbaut. Nach der unter Gesichtspunkten des Denkmalschutzes erfolgten Sanierung von Dach und Außenfassade im vergangenen Jahr, kann sich der Blickfang in der Ersinger Ortsmitte wieder sehen lassen. Die in historischer Schrift gestalteten Schriftzüge an der Ostfassade hat Feuerwehrkommandant und Künstler Udo Frey ehrenamtlich angebracht. Jetzt wurde die Außenansicht mit dem Gemeindewappen aus Buntsandstein komplettiert, dem „i-Tüpfele“, das noch fehlte, wie Bürgermeister Udo Kleiner erfreut feststellte. 
Das heutige Wappen trägt in einem querverlaufenden Balkenfeld zwei Lilien. Vor dem am 1. Juli 1974 erfolgten Gemeindezusammenschluss hatten, als Hinweis auf die frühere Verbundenheit der beiden Orte als „frauenalbsche Dörfer“, die Gemeinde Ersingen drei und die Gemeinde Bilfingen eine der sogenannten frauenalbschen Lilien im Wappen. Für die Gestaltung des neuen Gemeindewappens wurde ein Wettbewerb durchgeführt, bei dem 67 Zeichnungen eingereicht wurden. Das Generallandesarchiv Karlsruhe bearbeite drei dieser Vorschläge unter heraldischen Gesichtspunkten und fügte noch einen eigenen Entwurf dazu. Der Gemeinderat entschied sich im Herbst 1975 mehrheitlich für die schnörkellose Linienführung mit den zwei gelben Lilien auf rotem Diagonalbalken. 
Passend zum Fassadengesims und zu den Fenstereinfassungen fertigten die beiden Steinmetze Ulrich und Stefan Bauer von der alteingesessenen Ersinger Steinmetzfirma Leo Ellinger ein etwa 60 Zentimeter hohes und 55 Zentimeter breites Wappenrelief. Dabei verwendeten sie den sogenannten Main-Sandstein aus der Gegend von Amorbach. Wie die Steinmetze betonten, zeichnet sich der Amorbacher Sandstein durch seinen hohen Quarzgehalt aus, der ihn sehr kompakt und widerstandsfähig macht. Dadurch konnten die Lilien vertieft erhaben herausgemeißelt werden, was die plastische Wirkung des Reliefs besonders gut hervorkommen lässt. 
Als Prof. Dr. h.c. Werner Koch, der in Ersingen wohnende Geschäftsführer der gleichnamigen Maschinenbau GmbH mit Sitz in Ispringen von diesem Fassadenprojekt hörte, war er sofort bereit, die Kosten dafür in Höhe von 2.600 Euro zu übernehmen. Ein herzliches Dankeschön seitens der Gemeinde Kämpfelbach an Werner Koch überbrachte Bürgermeister Kleiner bei der Endmontage des Reliefs. Koch hat sich bereits an mehreren Projekten in Kämpfelbach als Spender finanziell engagiert.

Text und Foto: Schott