Bilfingen

Energie-Effizienz-Netzwerk hilft bei der Entlastung der Gemeinde-Haushalte – Neue Runde ab 2019

In kommunalen Liegenschaften kann ein hohes Potenzial für die Einsparung von Energie und damit von Kosten und Treibhausgasen schlummern. Um diesen „Schatz“ zu heben, trafen sich Mitarbeiter aus acht Enzkreis-Gemeinden seit November 2015 vierteljährlich im kommunalen Energieeffizienz-Netzwerk (kEEn), um gemeinsam Einsparpotenziale zu erschließen. „Diese Einsparungen leisten einen bedeutenden Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele des Landes – und als Gemeindeverwaltung übernehmen Sie eine Vorbildfunktion gegenüber Ihren Bürgern“, lobte Erster Landesbeamter Wolfgang Herz beim Abschluss des Netzwerks.

Die Erfolge durch die Einführung eines kommunalen Energiemanagements haben die teilnehmenden Gemeinden überzeugt: Deshalb fungierte die Abschlussveranstaltung im Energie- und Bauberatungszentrum Pforzheim/Enzkreis (ebz.) gleichzeitig als Auftakt für ein neues Netzwerk, das im Frühjahr 2019 seine Arbeit aufnehmen soll – auf Wunsch der teilnehmenden Gemeinden Birkenfeld, Königsbach-Stein, Engelsbrand, Ispringen, Kieselbronn, Tiefenbronn, Wimsheim und Wurmberg. Weitere Gemeinden seien an der Teilnahme interessiert, verriet Björn Ehrismann, Leiter der Kommunalberatung im ebz.

Koordiniert wurde das Netzwerk bislang von Claus Greiser vom Kompetenzzentrum für Energie und Klimaschutz der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA). Unter anderem wurden ein Baukastensystem zur Energiemanagement Organisation entwickelt, ein Controlling zum Energieverbrauch aufgebaut und zahlreiche energietechnische Beratungen durchgeführt; dabei ging es um Themen wie Nahwärme und Beleuchtungssanierung oder die energetische Optimierung eines Kindergartens.

„Oft lassen sich die Energiekosten ohne größere Investitionen schon um 10 bis 20 Prozent senken“, weiß Björn Ehrismann. So begann man im Netzwerk mit individuellen Bestandsaufnahmen der Verbrauchsdaten und identifizierte die größten Energiefresser. Darauf basierend wurden Regelungseinstellungen optimiert, Hausmeister geschult und eine Energieleitlinie verfasst. „Auch die Sensibilisierung der Nutzer, also der Mitarbeiter in den Verwaltungen und kommunalen Schulen und Kitas, spielt eine wichtige Rolle“, sagt Ehrismann.

Im alten und neuen Netzwerk profitieren die Teilnehmer von den Erfahrungen anderer Kommunen – zum Beispiel bei der Entscheidung und Umsetzung investiver Effizienzmaßnahmen. „Teilnehmende Gemeinden erhalten außerdem zehn Prozent Förderbonus für investive Maßnahmen über das Klimaschutz-Plus-Programm des Landes“, betont Ehrismann, dessen Kommunalberatung im ebz künftig die Koordination übernehmen wird. Mögliche Schwerpunkte sieht er bei individuellen Coachings vor Ort, der Erarbeitung von standardisierten Lösungen für bestimmte Liegenschaften, Schulungen und Bewusstseinsbildung sowie bei Nahwärmenetzen und dem Ausbau von Solarenergie.

Fragen zum Netzwerk beantwortet Björn Ehrismann per Mail an bjoern.ehrismann@enzkreis.de oder telefonisch unter 07231 308-9607.

(enz)