Bilfingen
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Andreas Roth neuer Forstamtsleiter: „Profil des Forstamts als Dienstleister schärfen“

Nach fünf Jahren als Stellvertreter nimmt er nun selbst im Chefsessel Platz: Andreas Roth hat dieser Tage die Leitung des Enzkreis-Forstamtes übernommen, nachdem sein Vorgänger Frieder Kurtz im März an das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz gewechselt war. An seinem ersten Arbeitstag in neuer Funktion wünschten Landrat Bastian Rosenau, Erster Landesbeamter Wolfgang Herz und Forstdezernent Dr. Daniel Sailer dem 43-jährigen studierten Forstwissenschaftler einen guten Start.

„In den vergangenen sieben Monaten hat Andreas Roth das Forstamt bereits kommissarisch geleitet, wobei ihm seine jahrelange Erfahrung als stellvertretender Amtsleiter zugutekam. Eine aufwändige Einarbeitung ist also nicht nötig, er kann sofort durchstarten“, freut sich Rosenau. „Andreas Roth verfügt über fundierte Kenntnisse in Forstpolitik, Waldbau, Naturschutz und Jagd, arbeitet sehr dienstleistungsorientiert und wird daher für Waldbesitzer und insbesondere die Kreiskommunen ein kompetenter Ansprechpartner sein“, ergänzt Dr. Sailer und verweist darauf, dass 61 Prozent der rund 23.000 Hektar großen Waldfläche im Enzkreis in kommunalem und 7 Prozent in privatem Besitz sind. Für das restliche Drittel, den Staatswald, ist man seit der Forstreform Anfang des Jahres nur noch hoheitlich zuständig. Die Bewirtschaftung erfolgt durch den landeseigenen Forstbetrieb.

Nicht nur 15 Revierleiter haben nun mit Roth einen neuen Chef, sondern auch die im Forstamt mit dem Holzverkauf, dem Kreisjagdamt und der Waldpädagogik betrauten Mitarbeiter. Führungserfahrung bringt der gebürtige Pfälzer, der heute mit seiner Familie in Weil der Stadt lebt, zweifelsohne mit: Nach dem Studium in München war er für fünfeinhalb Jahre am Ministerium für Ländlichen Raum Baden-Württemberg, bevor er 2011 an das Forstamt Reutlingen und im Anschluss zur Forstdirektion Tübingen wechselte.

Seit Juli 2015 ist Andreas Roth für das Forstamt des Enzkreises tätig. Als Sachgebietsleiter Süd war er hier für die Leitung der Forstbetriebe von 12 waldbesitzenden Städten und Gemeinden, die Privatwaldbetreuung und die Staatswaldbewirtschaftung im Forstbezirk Süd zuständig. „Zentrale Aufgabe der nächsten Jahre wird es sein, mit den Auswirkungen von Hitze und Trockenheit in den Wäldern umzugehen und die Wälder im Enzkreis für den Klimawandel fit zu machen. Wichtig ist hierbei auch, den Menschen die große Bedeutung des Waldes für den Klimaschutz nahezubringen“, definiert er nun seine Ziele als Amtsleiter.

Ein erster Schritt in diese Richtung ist für Roth die Begleitung der „Forsteinrichtung“, in deren Rahmen aktuell in 17 Kommunen im östlichen und nördlichen Enzkreis zehnjährige Waldentwicklungspläne erstellt werden. Parallel gilt es mit den Auswirkungen der zum Jahresbeginn in Kraft getretenen Forstreform umzugehen. Hier legt Roth besonderen Wert darauf, gemeinsam mit dem Forstamtsteam Antworten auf die neuen Herausforderungen zu entwickeln. Zudem möchte Roth das Profil des Enzkreis-Forstamts als Dienstleister für die kommunalen Waldbesitzer schärfen und die bereits vorhandenen, sehr gut angenommenen Ansätze der Waldpädagogik weiterführen.

Der jungen Generation den Wald näherbringen, das tut er übrigens auch privat: „Ich verbringe meine Freizeit am liebsten mit Frau und Kindern, und zwar sehr gerne und häufig draußen im Wald – nicht nur bei gutem Wetter.“

(enz)