Tiefbaumaßnahmen Bilfingen

Informationstreffen in der Weinbrennerkelter

 

Die Bilfinger Ortsdurchfahrt der L 570 ist ab 19. Februar für den Durchgangsverkehr gesperrt. Hier beim Friedhof (links) beginnen die Bauarbeiten für die Erneuerung der Trinkwasserleitung.

 

Eigentlich ist nach der vorabendlichen Hexenverbrennung an Aschermittwoch alles vorbei. Doch in diesem Jahr ist in der Faschingshochburg Bilfingen alles anders, nach Aschermittwoch geht’s erst richtig los. Man hat die Faschingszeit abgewartet, aber am 19. Februar starten zwei Großbaustellen. Ab dem Friedhof (Einmündung Steiner Straße) bis zum Ortsausgang Richtung Ersingen (Einmündung Weinbrenner Straße) wird die Trinkwasserleitung in der Hauptstraße, die gleichzeitig Ortsdurchfahrt der Landesstraße L 570 ist, erneuert. Wenige Meter dahinter in Richtung Ersingen (Einmündung Benzstraße) wird der neue Verkehrskreisel gebaut. Die Landesstraße L 570 muss auf der gesamten Länge für den Durchgangverkehr gesperrt werden. 

Die Umleitungsstrecken führen über Königbach, Stein, Eisingen, Ispringen, Ersingen und umgekehrt. Man kann auch auf der B 10 über Wilferdingen, Sperlingshof und Ersinger Kreuz fahren. Auch für die Anlieger und für den innerörtlichen Verkehr gibt es wesentliche Einschränkungen. Um die innerörtliche Verkehrsführung den Bürgern erläutern zu können, lud die Gemeinde zu einem Informationstreffen ein, was auf großes Interesse stieß. 

Bürgermeister Udo Kleiner konnte in der Weinbrennkelter 170 Bürger begrüßen. Ihnen standen auch Bauamtsleiterin Carola Micol sowie die Vertreter der planenden und bauleitenden Ingenieurbüros und der Baufirmen Rede und Antwort. Kleiner sprach von einer „Durststrecke“, die aber, da man beide Vorhaben gleichzeitig baue, Ende Juni/Anfang Juli endgültig vorbei sei und hoffentlich dann mit einem Straßenfest gefeiert werden könne. 

Wie Diplom-Ingenieur Eric Horstmann von Weber-Ingenieure berichtete, wird die Wasserleitung in der Hauptstraße auf 800 Meter Länge am südlichen Fahrbahnrand verlegt und zwar in acht Bauabschnitten von 50 bis 70 Metern. Die Hausanschlüsse werden bis zu den Grundstücksgrenzen verlegt. Für die neuen Anschlüsse bis zur Wasseruhr wird die Baufirma den Anliegern ein Angebot unterbreiten. Die Anlieger können daher von kurzeitigen Ausnahmen abgesehen, ihre Grundstücke mit dem PKW erreichen. Halteverbot ist dort allerdings selbstverständlich. Saniert werden auch die beiden restlichen „Bergle“. Unter anderem erhalten die Stützmauern neue Mauerkronen und die Geländer werden aus Sicherheitsgründen neu gestaltet und auf 110 Zentimeter erhöht. 

Beim Friedhof, wo auch der Leitungsbau beginnt, wird die Einbahnstraßenregelung der Steiner Straße aufgehoben, so dass die Einwohner Bilfingens dort in den Ort rein und raus fahren können. Richtung Ersingen sieht es wegen der notwendigen Vollsperrung beim Kreisel anders aus. Dort dürfen nur die Lieferfahrzeuge, welche die Gewerbebetriebe im dortigen Industriebiet andienen über eine eigens dafür gebaute provisorische Zufahrt an- und abfahren. Um die Andienung zu gewährleisten sind absolute Halteverbote in den betroffenen Straßen (Benz-, Diesel-, Weinbrennerstraße) angeordnet. 

Diplom-Ingenieur Peter Werner von KIRN-Ingenieure führte zum Verkehrskreisel aus, dass eine Bauzeit von vier Monaten angesetzt ist. Der Kreisel wird einen Durchmesser von 36 Metern haben mit einer Grüninsel von zehn Metern Durchmesser. Er bekommt eine Fahrbahnreite von 7,50 Metern. Sein Untergrund wird mineralisch gebunden, so dass kein Sickerwasser in den Untergrund gelangen kann.

Zum Neubau des Aldi Lebensmittelmarkte informierte Bürgermeister Kleiner, dass die beim Fasching als „Hexenberg“ bezeichnete Erdaufschüttung auf dem Grundstück derzeit wieder abgetragen werde. Sie habe ihren Zweck erfüllt, den Untergrund baufähig zu verdichten. Das einwandfreie Erdmaterial werde zur Rekultivierung des Steinbruchs beim Zementwerk Wössingen verwendet.

Eine gute straßenbautechnische Nachricht hatte Bürgermeister Kleiner noch parat. Das Regierungspräsidium wolle anschließend die gesamte L 570 von der Antonius-Kapelle (Ortsausfahrt Ersingen) bis zum Plötzer in Königsbach auf einer Länge von 2.500 Metern mit einer neuen Fahrbahndecke überziehen lassen. Kleiner bot den Bürgern an, bei Fragen sich direkt an die Gemeindeverwaltung zu wenden. Jeden Montag ab 10 Uhr findet während der Bauzeit vor Ort eine Besprechung mit den am Bau Beteiligten statt. Bei diesem Termin können die Anlieger ebenfalls ihre Probleme ansprechen. 

Text und Foto: Schott