Pressebericht zur Gemeinderatssitzung vom 20.02.2017

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zur Entscheidung über die Zukunft des „Kämpfelbacher Hofes“ in Bilfingen, hier die Rückseite mit dem nie vollendeten Hotelanbei, soll eine 
Arbeitsgruppe eingesetzt und ein Architektenwettbewerb durchgeführt werden.

 

Der Gemeinderat befasste sich mit zwei zusammenhängende Themen hinsichtlich der Betreuung älterer Menschen in der Gemeinde. Dabei ging es um die Zukunftsplanung zur Gestaltung dieses Themas. Der zweite Punkt war die Frage, was wird aus dem von der Gemeinde im vergangenen Herbst erworbenen „Kämpfelbach Hof“ in Bilfingen. Seitens des Landratsamtes nahmen Sozialdezernent Roland Hübner und die für die Sozialplanung sowie Alten- und Behindertenhilfe zuständige Referentin, Britta Kinzler, an der Sitzung teil. Beide informierten das Gremium über die Fortschreibung des Kreispflegeplanes. Die aktuelle Pflegeplanung gehe davon aus, der Bedarf an Pflegeplätzen dort gedeckt werden soll, wo er entsteht, also in den Gemeinden. 

Kämpfelbacher Bürger nutzen derzeit die Pflegeplätze in Heimen umliegender Gemeinden, da kein stationäres Angebot vorhanden ist. Der Kreispflegeplan weist für Kämpfelbach einen Bedarf von 61 stationären Plätzen aus, so Kinzler. Hübner macht darauf aufmerksam, dass es heute leider keine Förderungen mehr für Pflegeplätze oder spezielle Wohnformern oder das betreute Wohnen gibt. Es sollen auch die ambulanten und teilstationären Angebote weiter ausgebaut werden, sagt er und weist ergänzend auf die derzeit entstehenden ambulant unterstützen Wohngemeinschaften hin. Vor diesem Hintergrund erörterte der Gemeinderat das Thema „Kämpfelbacher Hof“. 

Dieser Gaststätten- und Hotelkomplex mit einem großen, nie in Betrieb genommen Anbau, ersteigerte im vergangen Herbst die Gemeinde. Für den Kaufpreis in Höhe von 676.000 Euro gab es einen Landeszuschuss in Höhe von 405.000 Euro. Sowohl Siegfried Böhm (CDU), Eddi Vögele (FWV) und Thomas Seyfarth (SPD) und weitere Ratsmitglieder signalisierten, dass das genannte Areal sozialen Zwecken mit betreutem Wohnen im weitesten Sinne zuführt werden soll. Auch von Begegnungsmöglichkeiten für alle Generationen oder vom Mittagessenangebot war im Rat die Rede. 

Man war sich einig, dass vor weiteren Entscheidungen, wozu auch die Frage Umbau/Sanierung oder Abriss/Neubau gehört, ein Nutzungskonzept erstellt werden muss. Dafür soll eine Arbeitsgruppe gebildet werden, in der alle im sozialen Bereich agierenden Institutionen, Vereine, Gruppen oder Einzelpersonen sowie die Gemeinderatsfraktion mitwirken. Lothar Hein (CDU) beantragte, einen Ideenwettbewerb auszuschreiben mit maximal vier vom Gemeinderat auszuwählenden Architekten. Hierbei soll das Areal unter Einbezug möglicher Bausubstanz für ein betreutes oder anderes altersgerechtes Wohnen untersucht und neu konzipiert werden. Auch ist dem Gremium eine Kostenberechnung für die weiteren Entscheidungen vorzulegen. Der Antrag fand die Zustimmung des Gemeinderates.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf dieser Rasenfläche im Bilfinger Friedhof nördlich der Johanneskirche werden 79 gärtnergepflegte Erdgräber und Urnengräber angelegt.

 

Der Gemeinderat gab grünes Licht für die Anlegung eines gärtnergepflegten Grabfeldes auf dem Friedhof im Ortsteil Bilfingen. Wie Jürgen Simon von der Kämpfelbacher Friedhofsverwaltung berichtet, wird das Grabfeld im Auftrag der Genossenschaft Badischer Friedhofsgärtner (GBF) mit Sitz in Karlsruhe von der Friedhofsgärtnerei Hilligardt aus Pforzheim angelegt und künftig auch gepflegt. Der Gestaltungsvorschlag sieht auf einem Areal nördlich der als Aussegnungshalle genutzten Johannes-Kirche, rechts des alten Friedhofskreuzes, 14 Erdgrabstätten, 53 Urnengrabstätten sowie zwölf Urnengräber in einer Gemeinschaftsanlage unter einem Baum, also insgesamt 79 Gräber vor. 

Die Zuteilung eines gärtnergepflegten Grabes kann durch die Friedhofsverwaltung nur erfolgen, wenn durch den Verfügungsberechtigten eine Dauerpflegevereinbarung mit der GBF für die Dauer der Ruhezeit abgeschlossen wird. Friedhofsgärtner Georg Hilligardt bezifferte die Kosten für die Grabgestaltung mit beschrifteter Grabplatte und eine 15-jährige Pflege bei den Urnengemeinschaftsgräbern mit voraussichtlich etwa 3.000 Euro und bei den Urnenwahlgräbern mit 4.000 Euro. Die Gräber für die Erdbestattung haben eine Liegezeit von 25 Jahren. Dafür betrage der Grabpflegesatz voraussichtlich 5.200 Euro. Dazu kommen noch die satzungsgemäßen Friedhofsgebühren der Gemeinde. Diese sollen im Übrigen neu kalkuliert werden. 

Auf Rückfrage von Gemeinderat Gerhard Scholder (CDU) nach dem Stand der Vorarbeiten und den Grabpflegekosten für eine Erdbestattung in einer künftig möglichen Rasengrabfläche wurde seitens des Friedhofsgärtners ein Betrag in Höhe von 3.000 Euro genannt. Dazu kommen noch die Kosten für eine Grabplatte mit Beschriftung. Da die Pflege der Rasenfläche kostenintensiv sei, so Hilligardt, könne man kaum von einer günstigeren Bestattungsform sprechen. Der Gemeinderat billigte auch die Neufassung der Friedhofssatzung. Damit wurde dieses Statut zur Regelung des Friedhofswesens der geänderten Sach- und Rechtslage angepasst.     

 

Das Kämpfelbacher Hallenbad auf dem Ersinger Kirchberg wurde 1971 in Betrieb genommen. Es wird seit Jahren ständig saniert. Im vergangen Jahr war der Hubboden des Schwimmbeckens dran. Dabei wurde festgestellt, dass der Beckenumgang aufgrund der hohen Chloridbelastung erneuert werden muss. Nach grober Kostenschätzung sollen die Sanierungsarbeiten rund 115.000 Euro kosten. Diese Arbeiten bedürfen laut Gutachten einer detaillierten Instandsetzungsplanung. Diesen Auftrag erteilte der Gemeinderat einem Pforzheimer Ingenieurbüro für ein Honorar von etwa 30.000 Euro. Wenn dieses Vorhaben in diesem Jahr zur Ausführung kommt, muss das Hallenbad in dem Sommerferien geschlossen werden.

 

Die Fassade des Ersinger Rathauses ist sanierungsbedürftig, ebenso das Rathausdach. Das Architekturbüro Morlock aus Königsbach-Stein hat die Zimmermanns- und Dachdeckerarbeiten sowie die Klempnerarbeiten für die Dachverwahrung und die Regenrinnen ausgeschrieben. Eine Holzbau-Firma aus Höfen an der Enz erhielt für 37.000 Euro vom Gemeinderat den Auftrag, das Gebälk und die Dachziegel zu erneuern. Ein Sanitärtechnik-Betrieb aus Königsbach-Stein wird die Blechnerarbeiten rund ums Dach für knapp 13.000 Euro ausführen. 
Eigentlich sollten die Sandsteinteile der Außenfassade mittels Trockeneis-Strahlarbeiten aufgefrischt werden. Wie Architekt Frank Morlock dem Rat berichtete, sind keine im Preis akzeptablen Angebote, sondern nur deutlich überhöhte Preisvorstellungen von Fachfirmen eingegangen. Er empfahl diese Ausschreibung per Ratsbeschluss aufzuheben, was auch geschah. Jetzt soll das Problem, auch mit dem Segen des Denkmalamtes, mit einem Spezialfarbanstrich gelöst werden, der mindestens 20 Jahre halten soll. Der Gemeinderat stimmte einer beschränkten Ausschreibung dieser Malerarbeiten zu. Baubeginn soll in zwei Monaten sein.

Text und Fotos: Schott