Ersingens Altbürgermeister Paul Fieseler wurde 80 Jahre alt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ersingens Altbürgermeister Paul Fieseler (links), hier zusammen mit Ehefrau Carola, wurde am vergangenen Samstag 80 Jahre alt. Bürgermeister Udo Kleiner (rechts) überbrachte die Glückwünsche der Gemeinde Kämpfelbach.

 

Ersingens früherer Bürgermeister Paul Fieseler feierte seinen 80. Geburtstag. Fieseler war von Februar 1966 bis Oktober 1974 der letzte Bürgermeister der damals noch selbstständigen Gemeinde. Bürgermeister Udo Kleiner überbrachte dem Jubilar die Glückwünsche der Gemeinde Kämpfelbach und ein Geburtstagspräsent. Paul Fieseler wohnt heute in seinem Haus in der Ersinger Häldenstraße zusammen mit Ehefrau Carola. Die beiden heirateten vor 56 Jahren. Sie haben zwei Kinder und drei Enkel. Fieseler wurde am 19. August 1937 im oberschwäbischen Betzenweiler, Landkreis Biberach, geboren. Seine Verwaltungsausbildung führte ihn in mehrere Kommunen bis zum Examen für den gehobenen Verwaltungsdienst an der früheren Verwaltungsschule Haigerloch.

Vor seiner Wahl zum Ersinger Bürgermeister war Paul Fieseler beim Bauamt der Gemeinde Birkenfeld tätig. Er erinnert sich gerne an die gute und leistungsfähige Verwaltung, die er im Ersinger Rathaus angetroffen hatte. Da war die erst jüngst verstorbene langjährige Sekretärin Adelheid Reiling, die den Ort – wie er sagte – in- und auswendig kannte. Ratschreiber Kurt Grimm war für das Grundbuch und die Verwaltung aktiv und Gerhard Gindele (später Bürgermeister in Neuhausen) sowie Franz Schaidhammer (später Oberbürgermeister in Wiesloch) kümmerten sich um das Finanzwesen.

Nach der Fertigstellung der Kirchbergschule ist Bürgermeister Fieseler zu Beginn seiner Amtszeit gleich die Planung und bauliche Umsetzung der Schwimmhalle und der Turnhalle angegangen. Beide Einrichtungen konnten im April 1971 in Betrieb gehen. Ebenfalls in seine Amtszeit fielen die Baulanderschließungen „Kirchberg-Westhang“ und „Sommerhälde“ sowie die Einleitung der Baulandumlegung „Ameisenberg“. Auch im alten Ortsteil wurden Straßen ausgebaut und mit dem Ankauf und Abbruch von Gebäuden die Ortskernsanierung eingeleitet. Zur Sicherung der Ersinger Wasserversorgung erfolgte gegen erheblichen kommunalpolitischen Widerstand mit dem Bau des Hochbehälters „Reut“ der Anschluss an die Bodensee-Wasserversorgung als zweites Standbein zum Eigenwasser.

Fieseler erinnert sich auch noch gut an die Mehrheitsverhältnisse im Gemeinderat. Obwohl bei den Bundes- und Landtagswahlen die Christdemokraten immer weit vorne lagen, herrschte im Gemeinderat ein Patt mit jeweils sechs Gemeinderäten von CDU und SPD. „Waren sich die beiden Fraktionen nicht einig, und das war nicht so selten, hatte ich die manchmal undankbare Aufgabe, ‚das Zünglein an der Waage‘ zu spielen“, sagt Fieseler.

Durch einen Bürgerentscheid wurde der Zusammenschluss von Ersingen und Bilfingen zur Gemeinde Kämpfelbach im Juli 1974 wirksam. Paul Fieseler konnte sich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr um das Amt des Bürgermeisters für die neue Gemeinde bewerben. Sein Nachfolger wurde Mitte Oktober 1974 Ernst Korb, der vorher Bürgermeister in Bilfingen war.

Text und Foto: Schott