Aufschüttungen auf der Aldi-Baustelle in Bilfingen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf der Aldi-Baustelle in Bilfingen wird derzeit durch die Methode „Auflastkonsolidierung“ der Untergrund tragfähig gemacht. Diese Überschüttung (braune Erdfarbe) wird vor Beginn der Baumaßnahmen bis auf die im Bild sichtbare ockerfarbene Lehmschicht wieder abgetragen.

 

„Es bleibt nicht so hoch, wie es derzeit ausschaut“, sagt Bürgermeister Udo Kleiner zu den derzeitigen Auffüllarbeiten auf der Baustelle für den Aldi Einkaufsmarkt an der Benzstraße in Bilfingen. Bei Kleiner haben schon einige Bürger angefragt, warum dort der Boden so hoch aufgeschüttet werde. Es ist eine umweltverträgliche Befestigungsmethode für den Untergrund, die vor Beginn der Rohbauarbeiten wieder abgetragen wird.

Die eigentlichen Baumaßnahmen bewegen sich dann etwa auf dem Straßenniveau der Benzstraße bei der Einmündung der Boschstraße. Auf Anfrage hat Thomas Pfirrmann, Diplom-Ingenieur für Umweltsicherung des gleichnamigen Ingenieurbüros aus Karlsruhe, dieses Vorgehen erläutert. „Der Untergrund ist schlecht und an manchen Stellen noch schlechter“, teilt er mit. Vor allem im westlichen Bereich des Baufeldes gibt es im Untergrund wassergefüllte Torflinsen. Unter der Auflast des Marktgebäudes würde diese Tatsache zu ungleichförmigen Bodensetzungen führen. Dies könnte zu schweren Schäden am Bauwerk führen.

Wie Pfirrmann weiter erläutert, wären übliche geotechnische Lösungen für solche Probleme das Einbringen von Bohrpfählen oder Bodenverbesserungsmaßnahmen mit zementgebundenen Gründungskörpern, die teilweise bis in den Untergrund und das Grundwasser hinabreichen. Eine Verdichtung mit Zement vermörtelten Platten aus ein bis zwei Meter dicken Bodenschichten wären eine weitere Möglichkeit. Bei all diesen Varianten dient allerdings Zement als Bindemittel. „Und genau dieser Baustoff ist im Untergrund des Wasserschutzgebietes Zone II nicht zulässig“, betont der Umweltingenieur.

Aus diesen Grund hat sich die Bauherrschaft für die sogenannte „Auflastkonsolidierung“ entschieden. Dieses Verfahren dauert einerseits wesentlich länger (eventuell mehrere Monate) und verursacht beträchtliche Kosten. Andererseits hat es den Vorteil, dass keinerlei zementgebundene Gründungskörper in den Untergrund eingebracht werden müssen. Durch die vier Meter hohe verdichtete Überschüttung des künftigen Baugrundes wird das notwendige Gewicht erreicht, um die wassergefüllten Torflinsen wie ein Schwamm auszudrücken.

Zur Aufschüttung des Baugeländes werden nur völlig saubere Böden verwendet, deren Eignung durch Analysen und Gutachten nachgewiesen ist. Nach dem Abklingen der Bodensetzungen wird die Überschüttung wieder abgetragen und bei der Rekultivierung der Steinbrüche des Zementwerks in Wössingen verwendet.

Text und Foto: Schott